Gynäkologischer Krebs

Endometrium- und Zervixkrebs treten in unserer Gesellschaft weiterhin häufig auf. Als Endometriumkrebs werden diverse Malignome bezeichnet, die sich in den Zellen entwickeln, die die Innenwand des Uterus (Endometrium) bilden. Es handelt sich hierbei um eine der häufigsten Krebsarten des weiblichen Reproduktionssystems.

Das weibliche Reproduktionssystem

Dieser Krebs tritt am häufigsten bei Frauen über 60 Jahren auf. Seine Häufigkeit steigt aufgrund der alternden Bevölkerung weltweit langsam an. In Westeuropa werden etwa 70 % der endometrialen Krebserkrankungen in einem Frühstadium diagnostiziert. Daher sind die meisten Patienten nach der Behandlung krebsfrei.

Gebärmutterhalskrebs tritt am häufigsten bei Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren auf. Über die letzten Jahrzehnte ist die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs in Ländern, in denen gynäkologische Routineuntersuchungen, PAP-Tests und Impfungen einfach zugänglich sind, stark gesunken.

Der Gebärmutterhalskrebs ist die führende Ursache weiblicher Krebsmortalität weltweit.
Entwicklungsländer weisen erheblich höhere Raten an Gebärmutterhalskrebs auf, und weltweit werden jährlich über drei Mal mehr Fälle von Gebärmutterhalskrebs als Endometrium-Krebs diagnostiziert. Krebs kann zudem in anderen Abschnitten des weiblichen Reproduktionssystems auftreten, wie Eierstöcken, Vagina und Vulva.

Dies sind jedoch seltenere Krebstypen. Wie bei allen Krebserkrankungen hängt die Langzeitprognose vom Krebsstadium ab. Mit Behandlung überleben fast alle Patientinnen die Frühstadien eines invasiven Gebärmutterhalskrebs.

Die Behandlung eines Gebärmutterhalskrebs hängt von der Verbreitung des bösartigen Tumors ab. Der Tumor kann chirurgisch entfernt werden, und in einigen Fällen könnte es erforderlich sein, eine unterstützende Strahlen- und/oder Chemotherapie durchzuführen.

Für gynäkologische Krebserkrankungen gibt es eine Reihe von Behandlungsoptionen. Sowohl bei Endometrium- als auch Gebärmutterhalskrebs hat sich die Nutzung der HDR-Brachytherapie als sehr effektiv herausgestellt.

Zwangsläufig gibt es ein breites Spektrum an gynäkologischen HDR-Applikatoren. Unterschiedliche Designs ermöglichen die Anpassung an die Patientenanatomie sowie an die Eigenschaften des Tumors.

Die hochaktive Strahlenquelle wird nah am Tumor (intrakavitäre Brachytherapie) oder im Tumor selbst (interstitielle Brachytherapie) platziert, wodurch jede Behandlungssitzung in einer oder zwei Stunden abgeschlossen werden kann. Ein wichtiger Vorteil der HDR-Brachytherapie liegt darin, dass die Position der Strahlung präzise berechnet und justiert werden kann, wodurch individualisierte Dosisverteilungen auf Grundlage des Tumors und der Anatomie des jeweiligen Patienten möglich sind.

Bei Endometrium- und Gebärmutterhalskrebserkrankungen wird die HDR-Brachytherapie mittels spezieller intravaginaler Applikatoren zur Einführung der Strahlenquelle durchgeführt. Nach der Behandlung wird der Applikator entfernt und die Patientin kann ihren Tag normal fortsetzen. Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs benötigen einige kurze Behandlungen über mehrere Tage hinweg.

Bei Vaginalkrebs wird ein Zylinder mit einem Mittelkanal, der einem Kunststoff-Tampon ähnelt, verwendet. Nach Platzierung des Zylinders wird dieser mit dem HDR-Afterloader verbunden, in dem die Strahlenquelle bis zur Behandlung gelagert wird. Nach Abschluss der Behandlung wird der Vaginalzylinder getrennt und aus der Patientin entfernt. Die Behandlung nimmt etwa eine Stunde in Anspruch, und die meisten Patientinnen benötigen nur einige Behandlungssitzungen. Nach Abschluss der Behandlung kann die Patientin normal mit ihrem Tag fortfahren, da diese Behandlung extrem gut toleriert wird.

Die Vorteile einer HDR-Brachytherapie bei der Behandlung von gynäkologischem Krebs umfassen:

  • Hohe Dosis, die präzise den Tumor anzielt, mit minimaler Exposition von benachbartem Gewebe und Organen. Minimierung der Strahlungsrisiken für Rektum und Blase durch präzise Abgabe der Strahlendosis.
  • Die Behandlung kann innerhalb einiger Tage ambulant durchgeführt werden.
  • Die kurzen Behandlungs- und Genesungszeiten tragen zum Patientenkomfort bei.
  • Weniger Nebenwirkungen und Komplikationen im Vergleich zu anderen Bestrahlungsverfahren.

Weitere Informationen finden Sie unter:

HDR-Brachytherapie - Patienteninformation (EN)