Brustkrebs

Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen (Männer können von dieser Erkrankung ebenfalls betroffen sein). Westeuropa hat die höchste Inzidenz an Brustkrebs, und die Häufigkeit ist die letzten 20 bis 30 Jahre stetig angestiegen. Die höchste Brustkrebs-Inzidenz findet sich bei 50- bis 70-jährigen Frauen. Aufgrund besserer und effizienterer Screening-Programme sowie Verbesserungen der Brustkrebsbehandlung steigt die Überlebensrate jedoch stetig.

 

Brustkrebs beginnt im Brustgewebe. Es gibt zwei Haupttypen von Brustkrebs:

  • Ein duktales Karzinom beginnt in den Milchgängen der Brust, die die Milch von der Brust zur Brustwarze befördern. Dies ist der häufigste Typ von Brustkrebs.
  • Ein lobuläres Karzinom beginnt in den Drüsenläppchen, die die Milch produzieren.
Brustquerschnitt

In seltenen Fällen kann Brustkrebs in anderen Bereichen der Brust auftreten. Es kann invasiv oder nicht invasiv sein. Invasiv bedeutet, dass es sich vom Milchgang oder Läppchen auf andere Gewebe in der Brust ausgebreitet hat. Nicht invasiv bedeutet, dass es noch nicht in anderes Brustgewebe eingedrungen ist. Nicht invasiver Brustkrebs wird auch als „in situ“ bezeichnet.

Duktales Carcinoma in situ (DCIS) oder intra-duktales Karzinom ist Brustkrebs in der Auskleidung der Milchgänge, der noch nicht in nahegelegene Gewebe eingedrungen ist. Unbehandelt kann es zu invasivem Krebs kommen.

Lobular Carcinoma in situ (LCIS) ist ein Marker für ein erhöhtes Risiko für invasiven Krebs in derselben oder beiden Brüsten.

Sobald bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert wurde, wird eine Reihe von Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Stadium und die Klassifizierung des Krebses korrekt sind. Heute kann Brustkrebs auf verschiedene Arten behandelt werden, die von der Art und dem Ausmaß seiner Ausbreitung abhängen.

Die gebräuchlichsten Behandlungsmethoden umfassen Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Die beste Behandlungsoption für einen Patienten sollte mit einem Onkologen erörtert werden, einem auf die Krebsbehandlung spezialisierten Arzt. Um sicherzustellen, dass der Krebs vollständig entfernt wird, unterziehen sich Brustkrebserkrankte üblicherweise einer Kombination von Behandlungen. Daher arbeiten oft Ärzte aus mehreren Fachrichtungen bei der Behandlung der Krankheit zusammen.

Die gebräuchlichste Brustkrebsbehandlung ist die Operation mit einer entweder teilweisen Entfernung des Brustgewebes, in dem sich der Tumor befindet (Lumpektomie), oder einer vollständigen Entfernung der Brust (Mastektomie). Der Eingriff wird oft mit einer Bestrahlung kombiniert.

Eine der vielversprechendsten und effizientesten Strahlungsbehandlungsoptionen bei Brustkrebs ist die HDR-Brachytherapie. Im Allgemeinen kommen drei Typen von Brustkrebs-Patienten für eine HDR-Brachytherapie in Frage:

  • Personen mit Brustkrebs in frühem Stadium.
  • Personen mit lokal fortgeschrittener Erkrankung ohne Metastasen.
  • Personen mit rezidivierendem Brustkrebs an der Brustwand (diese Patienten kommen unter Umständen nicht für chirurgische Eingriffe in Frage oder entscheiden sich gegen eine Operation).

Die HDR-Brachytherapie wurde entwickelt, um das Risiko von Rezidiven zu mindern und zugleich den Zeitraum bis zum Abschluss der Bestrahlung zu verkürzen.

Die Planung für eine interstitielle Strahlentherapie mit mehreren Kathetern umfasst Treffen mit Ihrem Strahlungsonkologen und möglicherweise zusätzliche Bildgebungstests wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie, um die Bestrahlungsstelle präzise zu bestimmen.

Nach abgeschlossener Planung wird eine Reihe von Kathetern oder Nadeln temporär an der Eingriffsstelle in der Brust platziert.

Um eine homogene Dosisverteilung und eine optimale Katheter- oder Nadelplatzierung zu gewährleisten, wird eine Schablone mit einem festgelegten Öffnungsmuster verwendet. Jeder Katheter bzw. jede Nadel wird mit dem Afterloader verbunden, der die Strahlenquelle durch jeden Katheter/jede Nadel schiebt.
Der computergesteuerte Afterloader führt den jeweiligen Behandlungsplan durch, um die festgelegte Dosis zu erzielen und die Haut optimal zu schonen.

Mit einigen gut platzierten Kathetern kann die HDR-Brachytherapie eine gezielte Behandlung liefern.
Bei einer Radiotherapie mit hoher Dosis sind etwa eine Woche lang ein bis zwei Behandlungen pro Tag erforderlich.

Jede Behandlungssitzung dauert etwa eine Stunde. Während der Behandlung befindet sich die Strahlenquelle jedoch nur einige Minuten lang in Ihrer Brust. Ist die Behandlung abgeschlossen, werden die Katheter entfernt.

Im Vergleich zu externer Strahlentherapie (EBRT, External Beam Radiotherapy) weist die HDR-Brachytherapie folgende wichtige Vorteile auf:

  • Die Behandlungs-Gesamtdauer beträgt eine Woche, die Behandlungszeit bei externer Strahlentherapie sechs bis sieben Wochen.
  • Liefert ausgezeichnete ästhetische Ergebnisse.
  • Gibt eine präzise, hochgradig konzentrierte Strahlendosis über kurze Zeit direkt in das Tumorbett ab.
  • Reduziert die Strahlendosis und mögliche Schäden an benachbarten Organen wie der anderen Brust und der Lunge.
  • Sehr geringes Risiko eines Krebs-Rezidivs.

Weitere Informationen finden Sie in unter:

HDR-Brachytherapie - Patienteninformation (EN)